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Mehr Wetter für Alle


Schlaflos


Oh Lauch


Gemüsebündel

 
 
 
 
 
 
Oh Lauch
 
Oh Lauch, wie unbeugsam stehst du im Garten
oh Lauch, du bist die Krönung aller Zwiebelarten
Dein Name, oh Lauch, steht in allen Küchenbibeln
oh Lauch – du bist der König unter den Zwiebeln

Du bist mir Gemüse
Gewürz aber auch
Du zierst jeden Eintopf
oh edler Lauch

Oh Lauch du eindrucksvolle grüne Stange
wir beide, Du und ich, wir kennen uns nun schon so lange
Ich mag nicht dran denken was ohne dich wäre
darum sing ich für dich dieses Loblied zur Ehre

Du bist mir Gemüse
Gewürz aber auch
Du zierst jeden Eintopf
oh edler Lauch

Jahrtausende schon
weht dein Zauberhauch
Durch Küchen und Stuben
oh edler Lauch

Oh lalalala lalalala Lauch, oh lalalala lalalala Lauch

Oh Lauch!
 
 
 
 
 
 
Die Moehre
 
In der Küche hat die Möhre
Einen fixen festen Platz
Mit Möhren lässt sich alles machen
Ausser vielleicht Schnaps
Wobei, wobei,
warum nicht Möhrenbrand
Aus allem lässt sich Fusel brennen
Hier – und in jedem trocknen Land

Mit der Raffel und dem Messer
Geht’s der Möhre an den Kragen
Alle wollen sie nur fressen
Kochen schälen hacken jagen
Möhren leben selten lange
Aber ungemein gefährlich
Möhren sind in der Ernährung
Schlicht und einfach - unentbehrlich

Aus Möhren gibt es Suppen
Süsse Torten und Salate
Vollgestopft mit Vitaminen
Schmeckt die Möhre gar im Brote
Ob gekocht oder roh
Einfach oder im Verbund
Munden Möhren einfach köstlich
Und sind obendrein – gesund

I de Schwiiz do heissed’s Rüebli
Richtig deutsch heisst es Karotte
Und da ist sie, die Moral
Oder eher eine Bitte
Last der Möhre ihre Würde
Lob und preise du sie auch
Sonst geht’s der armen Möhre
Eines Tages wie – dem Lauch
 
 
 
 
 
 
Sellerie
 
Wurzelgemüse bereiten den Boden
für Sossen und herrliche Brühen.
Für Sellerie gibt es keinen Ersatz
da hilft weder wollen noch mühen.

Sellerie Sellera

Oh Sellerie du Doldenblütler
gehörst zu den Ganzjahrgemüsen.
Angesehen von der hohen Cuisine
bis hinunter in die Kombüsen.

Sellerie Sellera – Selleri Sellero Sellera

Ob Sellerieknollen ob Selleriestangen
paniert gedünstet gebraten.
Der Sellerie ist äusserst gesund
ob gekocht oder roh in Salaten.

Sellerie Sellera

Wurzelgemüse sind Grund und Boden
Für unterschiedlichste Speisen.
Dem Sellerie geziemt dieses Lied
Ihn gilt es zu loben und preisen.

Sellerie Sellera – Selleri Sellero Sellera
 
 
 
 
 
 
SchadeSchade
 
Früher war noch Mehl im Brot
Und Milch war spürbar weisser
Die Sossen waren sämiger
Die Heissgetränke heisser
Die Säfte waren voller Frucht
Die Schoken voller Lade
Heut ist essen Bussandacht -
Ach wie ist das schade

Früher war mehr Zeit für nichts
Und Geld war einfach Bares
In jeder Lüge steckte
Selbst im Grunde viel mehr Wahres
Die Leber war ganz einfach Wurst
Die Kurven lang und grade
Heut ist Wasser ungebrannt -
Ach wie ist das schade

Früher war der Rauch geweiht
Und Bier war aus der Gegend
Die Wand war für das Telefon
Die Silbermünzen prägend
Im Hallenbad war Kappenpflicht
Im Wuschelhaar Pomade
Heute bricht der Krug am Brunnen
Ach mein Gott - wie schade

Früher war mehr Ziegeldach
darunter Vogelnester
Die Kleider waren bunter
Die Einzelteile fester
Das Fleisch hing noch am Knochen
Auch ein Fünfer blieb mal grade
Heut regiert Sankt Abacus
Teufel auch - wie schade

Früher war die Leber Wurst
Vor Recht kam auch mal Gnade
Die schöne neue Welt bedeutet –
Fertig lustig - Schade!
 
 
 
 
 
 
Der Profi
 
Der Profi der kann es, denn er ist der Coole
Dafür war der Profi ganz lang in der Schule
Dort hat er gelernt, gestrebt und gebüffelt
Dort wurd‘ er geschunden, genormt und gerüffelt

Von dort kommt der Profi, den Kopf voller Wissen
Im stahlharten Glauben an seine Prämissen
Hinaus in die Welt, in den Rachen des Bösen
Erwählt und erkoren Probleme zu lösen

Er ist zickezacke schneidig
Pfefferscharf und schnell
Abgebrüht und durchgekämmt
Und hochprofessionell

Der Profi der ist Spezialist und Experte
Das lässt er uns spüren in all seiner Härte
Der Profi beginnt gleich mit sparen und streichen
Und setzt ein paar eiskalte Ausrufezeichen!

Der Profi wischt alles mit eisernem Besen
Wischt alles zusammen was einmal gewesen
Kein Stein auf dem andern, kein Stuhl auf den Beinen
Der Profi will Torte für sich und die Seinen

Sein Blick ist getunnelt, er schaut in die Röhre
Vom Wald und den Bäumen sieht er nur die Föhre
Sein Blickfeld ist eng, sein Weltbild ist klein
Wir wären alle froh, er liesse es sein

Er ist zickezacke schneidig
Pfefferscharf und schnell
Abgebrüht und durchgekämmt
Und hochprofessionell
 
 
 
 
 
 
Schlaflos
 
Der Schlaf schmäht meine Gastlichkeit
und lässt mich schnöde liegen
ich schleiche dumpf durch mein Gemach
genervt und aufgerieben.

Als klitzekleiner weder noch
als sowieso und eher nicht
als Zwiebelturm im Haferfeld
als träges Leichtgewicht.

Ein wäre gern wenn’s anders wär
ein Schlucker ohne Eigenschaft
ein Unverstand ein Nullerschütz
ein Muskel ohne Kraft.

Ein Siebenzwerg im Rockpalast
ein Rumpelstilz mit Fotzelbart
die Ohren voller Sturm und Wind
und plumper Gegenwart

Ich pfeif den Vögeln hinterher
und rede frech zu Schafen
der Himmel geigt mir einen Marsch
aus tausend Paragraphen.

Ich liege gern und steh dazu
und lausche Wind und Regen
die Brühe zieht im Suppentopf
dem Lauchgericht entgegen.

Mein Wasserkopf ist mondgetrimmt
mein Fuss ist von der Stange
mir ist so schrecklich einerlei
genau gesagt - schon lange.

Die Pfaffen bellen zeitgemäss
die Königinnen klagen
die Zeitungsente legt ein Ei
in meinen gelben Wagen.

Der Tank so leer die Reifen platt
die Hupe ist beschädigt
die gelbe Farbe ausgebleicht
die Fahrt hat sich erledigt.

Der Schlaf schleicht an ich werd erlöst
die schwarzen Katzen greinen
von ferne fiebt ein scheues Reh
ich schliesse und zieh Leinen.

Verschiedene Songs, Ton und Text

 
 
 
 
 
 
HalbHalb
 
Halbbachnigs das isch kläbrig
Halbwiis das isch es Brot
Halbgars das isch ned dure
Halbläbigs nid ganz tot

Halbbatzigs das isch wärtlos
und d‘Halbschueh sind zum Tanz
Halbheilig das isch tüüflisch
Halboff das isch ned ganz

Halblang das chame mache
Halbläär das isch de Chrueg
Es Halbeli isch zwenig
Halbsatt das isch nöd gnueg

I de Halbziit seit me Pause
Halbgschiid das isch nid schlau
Halbvoll das isch fascht nümi
Halb bsoffe isch nöd blau

Halbhalb das isch e Mischig
Halbinos die sind bleich
Halbkochets isch no knackig
Halbwarm das isch en Seich

Halbbachnigs das isch kläbrig
Halbwiis isch au halbrot
Halbgfrornigs esch ned Glace
Halbdunkel isch mis Brot
 
 
 
 
 
 
Hinter 7 Hügel
 
Hinter 7 Hügel, hinter siebe Flüss
Hinter siebe Wälder, hetts grossi Haselnüss
Hinter siebe Kutsche, hinter siebe Ross
Hinter siebe Hafersäck, da stahd es goldigs Schloss

Hinter allem weiss mer nüüt
Und nimmts halt eifach hii
Alles isch und trotzdäm nöd
Es chönnt au andersch sii

Über allne Dächer, über allne Türm
Über allem Schall und Rauch, es riesegrosses Gschtürm
Über allne Dörferü, über allne Städt
Überladni Fueder, und grossi Lotterbett

Über alles weiss mer nüüt
Und nimmts halt eifach hii....

Under siebe Chappe, hinter siebe Bärt
Under siebe Schärpe, da isches läbenswärt
Under siebe Blache, hinter siebe Zält
Hinter siebe Bärge, isch s’Ändi vo der Wält

Und vo all däm weiss mer nüüt
Alles nimmt meh hii
Alles isch so einerlei
Viellicht chönnts andersch sii

Vor de grosse Türe, vor de grosse Wand
Hinter dene Hinderniss, da isch s’gelobte Land
Nachem Hudelwätter, nach em grosse Föhn
Tauets uf der Ärde, und dänn hämmers ändlich schön

Niemer weiss vo allem nüüt
Alles nämmer hii
Alles isch so lang wie breit
Debii chönnts andersch sii.

Well hinter siebe Hügel, hinter siebe Flüss
Hinter siebe Wälder, da staht es goldigs Schloss
 
 
 
 
 
 
Ein garstig Wetterlein
 
Es war ein garstig Wetterlein
Der Nebel hing in Strömen
Die Luft war feucht und tropfte nass
Die Nase kaum zu zähmen

Der Himmel war bedeckt und grau
Die Strasse kaum zu sehen
An Regenwasserpfützen
Da bedienten sich die Krähen

Die Uhr am Turm war überdreht
Sie zeigte nach belieben
Die Zeiger zeigten dies und das
Mal Zwölfe und mal Sieben

Die Witterung hat zugelangt
Das Mauerwerk zerbröselt
Der Zahn der Zeit kaut ungerührt
Derweil der Nebel nieselt

Unter einem Pflaumenbaum
Stand eine Kuh im Regen
Sie harrte unbeirrt im Dunst
Zusammen mit drei Ziegen

Die Früchte hingen überreif
Am obgenannten Baume
Ein Kindlein pflückte sie ganz zart
In quitschfideler Laune

In einem warmen Innenraum
Da loderte ein Feuer
Ein Spielmann spielte wunderschön
Auf einer alten Leier

Aus einem Ofen drang ein Duft
Der feinste Duft hienieden
Der Kuchen der im Ofen stak
war Kuchen für den Frieden
 
 
 
 
 
 
Hosiannah
 
Hosiannah - gratis Manna
Hare hare

Hare hare Sparmelade
Spare spare Sparzipan
Spare dir die Locken grade
Spare auch am Wasserhahn
Schnall den Gürtel eng hienieden
Als Sparpacket für Glück und Frieden

Darum, nur darum spare
Hare rama hare rama hare

Huldige den Sparagraphen
Feilsche froh um jeden Preis
Spargelstangen und Sparnickel
Spare dich ins Sparadeis
Spar dich reich und spar dich schön
Spare dir die Wüste grün

Darum, nur darum spare
Hare rama hare rama hare

Credo in pecuniam
Sparmelade gratiam
Salutaris deficit
Dona nobis Kleincredit
Monedas gubernavit rundumdum
Luxus prosit profit maximum

Darum, nur darum spare
Hare rama hare rama hare

Hosiannah, gratis Manna – hare hare
 
 
 
 
 
 
Kei Lösig
 
Alles so verworre so verhürschet und verchläbt
Abserviert und z’Bode gfahre, s’hett sich überläbt
Der Abfluss überlauft und stinkt, das isch kei Überspitzung
Alles fluecht und keine machts, well dä wo müesst, dä wo müesst

Dä hett Sitzung, Sitzung, mit der ganzen Gilde
Zäme sueched’s Ausweg, und reden wie die Wilden
Sitz sitz Sitzung, Sitzung, Sitzung so heisst die Losung
Gschwätz Tabälle Teamwork, und weit und breit...
Kei Antwort, kei Ausweg, kei Lösung

Alles so vertschuderet verjogglet und vertrottelt
Chlettverschluss statt Schnüer und Chnöpf,
Ghacket grüehrt und gschüttlet
De Wärchtig z’luut und z’überdräht, das isch kei Überspitzung
Alles fluecht und keine luegt, weil der es könnte – hett Sitzung

Sitz, sitz, Sitzung, mit der Arbeitsgruppe
Jede wär gärn Chuchichef drum gids nur Wassersuppe
Sitz sitz Sitzung, Sitzung, Sitzung so heisst die Losung
Gschwätz Tabälle Teamwork, und weit und breit....
Kei Antwort, kei Ausweg, kei Lösung

Alles so verchrügelet, veraltet und verbünzlet
Zäme schmiert mer’s obedruf bis’s unde nur no schwänzlet
Am Schluss erwartet eim de Tod, das isch kei Überspitzung
Und wär emol im Sarg in liit, muesss nie nie nie nie nie meh an eine..

Sitzung, Sitzung, die isch denn us und gschlosse
D’Flinte liegt erschöpft im Chorn, de Pulver isch verschosse
Es sitzt jetzt öpper ander, es spielt di gliichi Musig
Schwätzer gids wie Sand am Meer, und weit und breit –

Kei Lösig!
 
 
 
 
 
 
Tante Anne
 
Im guten alten Abendland
Ist es schön, wie bei Tante Anne
Gut aufgeräumt und etwas zu warm
Wie allzu lang an der Sonne

Man darf zwar schon
Aber doch nicht so recht
Und knirscht etwas falsch
Dann wird es vermerkt.

bei der guten Tante Anne, bei der guten Tante Anne

Die Wanduhr tickt tackig
Geraucht wird nur draussen
Der Onkel ist meist nicht zugegen
Ist er einmal da, und äussert er sich
Dann wird verlegen geschwiegen

Gereicht wird Kaffee
Ein Gläschen Likör
Aber nachgeschenkt
Wird heuer nicht mehr.

Erzählst du mal was
Wirst du dauernd gestört
Durch Hinweise, Tipps und Fragen
Beim Tantenbesuch ist die Luft etwas dick
Du verstummst und magst nichts mehr sagen

Es gibt essen und trinken
Es reicht gut für alle
Dafür schmeckt es pampig
Und dauert zu lange

Die Tante ist schwer, ihre Beine sind lahm
Gelesen wird alles mit Brille
Der Onkel geht wandern, nippt heimlich an Flaschen
Dazu schluckt er Mengen von Pillen

Ein Fass ohne Boden
Ein Stock ohne Reben
Man fürchtet den Tod
Und leidet am Leben

bei der guten Tante Anne, bei der guten Tante Anne
ögen sie ewig leben!
 
 
 
 
 
 
Ich sitze da
 
Sit Stunde Täg und Wuche
Sitz i stumm und reglos da
Hilf im Tag bim Abig wärde
Wötts nöd andersch ha
Und sitze da
Eifach reglos da

Tuusigi vo gsparte Stunde
Wärde da verputzt
Verbrate und verdödelet
Und ja ned öppe gnutzt
So sitz ich da
Bis ich kei Ziit meh ha
Hahaha sitz i dadada,

Ziit isch tüür no hani gnueg
Bin drom en riiche Maa
Verschänke si mit beidne Händ
Ich chume fascht ned na
Und sitze da
Soso lala lala
so sitzi da eifach reglos da

D’Ziit die hett es Rossgebiss
Sie chättschet pauselos
Zermalmt üs bis as Ändi
Und denn simmer enand los
Und nümme da
Tot und undedra

Doch vorem letschte Biss is Gras
Löffli tünklets Brot
Sürfle läie Kafi
Wenn i us ha beni tot
Und änedra
Us vorbii und gha

So sitz ich scho sit lange Ziite
Stumm und reglos da
Hilf im Abig Morge wärde
Wötts nöd andersch ha
Und sitze da
Soso lala lala
eifach reglos da
Und zwar so lang i cha
 
 
 
 
 
 
Trinkgeld
 
Is Göttis vollem Portemonnaie
Da liegt en dicke Batze
De Götti dä tuet s’Usegäld
Zu Hüfli zämechratze

Im Batze haut’s de Nuggi use
Är mag nümme hocke
Wott ändlich under d’Lüüt
Und macht sich drum uf d’Socke

Trinkgeld, Trinkgeld
Das giit gueti Luune
Jedes grade föifi
lüpft irgendwo en Duume

Trinkgeld, Trinkgeld
De Rubel dä muess rolle
Trinkgeld macht fröhlich
Und lääri Gläser volle

Im Hosesack isch’s muffig
Wie im Buch vo der Walhalla
Im Schmürzler sin Schutzgott
Ist der heilig Digitallah

En Batze hetts gärn luschtig
Är isch s’Ross und nöd de Riiter
Und wer z’lang ufem obe hockt
Wirft’s ab und trabet wiiter

Trinkgeld, Trinkgeld
Das giit gueti Luune
Jedes grade föifi
lüpft irgendwo en Duume

Trinkgeld, Trinkgeld
De Rubel dä muess rolle
Trinkgeld macht fröhlich
Und lääri Gläser volle
 
 
 
 
 
 
Mehr Wetter für Alle
 
Mehr Wetter für Alle
Mehr Sonne und Schein
Mehr Brise im Walde
Um glücklich zu sein

Mehr Reichtum für Alle
Mehr Autos und Geld
Mehr Kaufkraft im Beutel
Für die Kosten der Welt

Mehr Wissen für Alle
Mehr Schule und lernen
Mehr Licht in den Stuben
Und Obst ohne Kernen

Mehr Schulden für Alle
Gebühren beim sparen
Mehr Spielgeld und Börse
Und billige Waren

Mehr Meer und mehr Fische
Mehr Früchte und Brot
Mehr Ruhe bei Tische
Und ein Hemd in der Not

Mehr Quoten für Alle
Mehr richtige Lose
Mehr Freibier und Frohsinn
Und Sekt aus der Dose

Mehr Wetter für Alle
Mehr Sonne und Schein
Mehr Brise im Walde
Und glücklich – allein
 
 
 
 
 
 
Gutsch
 
En Gutsch das isch kei Dezi
En Gutsch isch nöd en Schluck
En Gutsch channsch au nöd ässe
Das isch Zauberei und Spuck

En Gutsch isch zwüschetinne
Zwüschet Schluck und Dezi
En Gutsch isch s’grosse weder noch
Nid ufe und ned nidsi
En Gutsch, en Gutsch etc.

En Gutsch isch nüd zum mässe
Är passt i kei Statistik
En Gutsch macht eifach was är wett
Isch weder falsch no richtig

En Gutsch channsch nöd erfasse
zwe Gütsch chansch ned addiere
En Gutsch channsch weder bändige
No katalogisisiere
En Gutsch, en Gutsch etc.

De Gutsch gwünnt gäg de Rächeschieber
Är pfiift au uf Tabälle
Är flutscht galant am Ziel vorbii
Isch z’chlii für grossi Wälle

En Gutsch das isch Ermässigssach
Drum wett me ihn beschniide
En Gutsch bedüütet Freiheit
Und das mag’s hütt nümme liide

En Gutsch, en Gutsch etc.

En Gutsch das isch kei Dezi
En Gutsch isch nöd en Schluck
En Gutsch isch unermässlich
Drum stoht är under Druck

Also götsched flutsched güüdet
Schänked nache, no en Gutsch
Well en Gutsch isch no kei Dezi
Aber meh als nur en Schluck

En Schluck en guete Schluck
isch guet und schön und trotzdem
isch är nüd als nur en Schluck,
en arme arme Schluck,
und darum halt kein Gutsch
 
 
 
 
 
 
S'Träumli
 
Träum diin Traum
So bliibt är am Läbe
Süscht chunnt är an Bode
Und dört bliibt är chläbe
Chläbe chläbe, am Bode bliibt är chläbe
Chläbe – am Bode chläbt är fescht

Im Luftschloss wohnid
Rächt sältsami Lüüt
Hend s’Dach voller Tuube
Ond d’Händ volle nüüt
Volle nüüt, volle nüüt, s’Dach volle nüüt
S’Dach voller Tuube und d’Händ – volle nüüt

Dream dream du dreamer du dreamer du dream dream dream

Träum grossi Träum
Und schwör ihne d’Treui
Denn kännsch si bim Name
Und bruchsch e kei Neui
Kei Neui, kei Neui, bruchsch e kei Neui
Kennsch si bim Name – denn bruchsch kei neui Träum

Träum schöni Träum
Süscht landisch am Bode
Dört isch’s hart und ruppig
Drum bliib lieber dobe
Dobe, dobe, bliib lieber dobe
Bliib lieber dobe – weil dunde isches z’hart

Dream dream du dreamer du dreamer du dream dream dream

Träum diin Traum
So bliibt är am Läbe
Süscht chunnt är an Bode
Und dört bliibt är chläbe
 
 
 
 
 
 
König Apfelkern
 
Ich heisse König Apfelkern
Beschenke euch mit Geld
Ihr habt mich alle rasend gern
Denn ich bin euer Held

Ich bin der Unmensch in Person
Das Ziel für jedes Wurfgeschoss
Der Übelwicht, der Teufelsklon
Der schlecht pochierte Kloss

Ich bin der Spucknapf im Quadrat
Der Lieblingsbaum für jeden Hund
Der angeschwärzte Mann im Staat
Der Sumpf im Wiesengrund

Ich bin das stete Dreimalpfui
Der erste Stinker vor dem Herrn
Der Schlüpferwitz von nebenan
Der Feind von nah und fern

Ich bin der grosse Tugendprotz
Der Supermensch im Querformat
Der zuckersüsse Zuckerstock
Im bunten Blattsalat

Ich heisse König Apfelkern
Verordne euch das Glück
Ihr habt mich alle rasend gern –
Sonst schiess ich scharf zurück!
 
 
 
 
 
 
Kommode
 
Zum wohne brucht’s Möbel. Tisch und Stüehl,
Schränke und Bett, Lampe und Kommode, mit....

Schublade

Ich ha gärn Kommode, mit grossem Spiegel,
wo man gseht ob’s passt oder nöd, s’Hemli zum Foulard,
beides zum Tschoppe, sonst langt man unde drii,
und griift sich öppis anders, us der...

Schublade – Schablude –Lublade - Lablude – Schubla lalalala

Über de Schublade isch d’Ablag. Zum Züüg anelege.
S’Bargeld, d’Lutschbonbon, s’Messerli und s’Bleistift.
All die chliine Sache, all die offne Frage.
Liege laa? In Hosesack stecke, oder am Ändi äbe doch...
Jeh nun,

weil under der Ablage sind d’Chliischublade
und i dene hetts Platz für söttigs.
I de chliine hetts das wo’s immer grad bruucht,
Chappe, Händsche, Schärpe,
Chettali, Bändali, Schoggelade isch alles alles alles...in der..

Schublade – Schablude –Lublade - Lablude – Schubla lalalala

Und under de chliine si di Grosse,
mit de Pullöver und de Liibli,
alles wo nöd im Chaschte hanged.
S’Bügelfreie, s’Ziitgemässe, hetts ja hütt i jeder...eben,

drum hani gärn Kommode, und säges nonemol,
grad äbe’n’äbe wäge de Schublade.
Kommode die sii dienig, Kommode hend Ablag,
Kommoden die hend....

Schublade – Schablude –Lublade - Lablude – Schubla lalalala
und die unterste Schublade – lassen wir zu.
 
 
 
 
 
 
Bärg und Tal
 
Luegend vo Bärg und Tal
Bländet vo Sunne und Strahl
Luegend dur Näbel und Schatte
Uf kommendi ödi Debatte
D’Sunn uf de Bärge isch rot
D’Gletscher die schwitze sich z’tot

Luegend vom Hochhuus zum See
Chüe die channsch niene meh gseh
Alles voll Züüg und voll Sache
Wo d’Mönsche halt hütt so tüend mache
Zeitgemäss sind eusi Glüscht
I d’Ferie is Weekend i d’Möscht

Still i de Bäreg wird’s Nacht
D’Ferie vorbii und scho gmacht
De Wunsch noch me Stärn wo word schiine
Isch riesig drum tät’s au en Chliine
Wemmer z’fescht umerupft lohd’s
Überall gwaggleds no stohd’s

Allethalb Äsche kei Gluet
Gott isch verschwunde samt Huet
De Vater isch ab über d’Bärge
Was söll mit üs Chinde jetz wärde
Wohi au mit so schlächte Schueh
Zäntome Asphalt kei Chue

Luegend vo Bärg und Tal
S’tschuderet eim jedes Mal
Luegend i Abgründ und Chäller
Hoffend es wärd wieder heller
De Vater isch nümme wo wacht -
So wachet doch sälber - Guet Nacht!
 
 
 
 
 
 
Quartierwäscherei
 
In einer trauten Quartierwäscherei
Da sassen wir zwei und bemerkten uns scheu
Die Trommel drehte der Zähler lief forsch
Und wir hatten zum Glück
Reichlich Kleingeld dabei

Und die Trommel der Maschine wummert leise
Eine Weise von Wäsche weiss wie Schnee
Und in der trauten Quartierwäscherei
Da tranken wir zwei süssen Instantkaffee

Und wenn die Wäsche in der falschen Trommel liegt
Und der Wäschekorb in Richtung Partner fliegt
Dann vermeide Geschrei
Nichts ist aus und vorbei
Hol einfach etwas Süsses aus der Konditorei
Denn jedes noch so grosse Ach und Weh
Lässt sich heilen mit Kuchen und Kaffee
Denn ein verfärbter Seidenschal
Ist kein Grund für Skandal
Und meistens reicht dafür ein Griff ins Portemonnaie

In einer trauten Quartierwäscherei
Da sassen wir zwei und bemerkten uns scheu
Die Trommel drehte der Zähler lief forsch
Und wir hatten zum Glück
Reichlich Kleingeld dabei

Und die Trommel der Maschine wummert leise
Eine Weise von Wäsche weiss wie Schnee
Und in der trauten Quartierwäscherei
Da tranken wir zwei süssen Instantkaffee

Kontakt
Klaus Estermann
Staubeggstrasse 45
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klaus.estermann@bluewin.ch
+41 79 689 51 00

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